AOK: Apotheker werden fiktive Preise abrechnen

Die Krankenkassen laufen Sturm gegen die vomBundesgesundheitsministerium geplanten Umstellungen am Zyto-Honorar derApotheker. Nach dem GKV-Spitzenverband erklärt nun auch der AOK-Bundesverband ineiner Stellungnahme, dass der im Entwurf des Gesetzes für Sicherheit in derArzneimittelversorgung (GSAV) vorgesehene Arbeitspreis von 110 Euro viel zuhoch sei. Der AOK-BV wünscht sich eine Umsetzung des Honorargutachtens.Außerdem fordert der Verband strenge Kontrollen in Zyto-Apotheken.

Die Diskussion um die Vergütung der Zyto-Apotheken kommtnicht zur Ruhe. Während im vergangenen Jahr über die exklusiven Ausschreibungender Kassen auf Apothekenebene gestritten wurde, bis diese abgeschafft wurden,ging es in den vergangenen Monaten vornehmlich um die Preise und die Höhe derVergütung. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen Apothekern und Kassen zurHilfstaxe will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit dem Gesetz fürSicherheit in der Arzneimittelversorgung nun ein ganz neues Vergütungs- undPreissystem einführen. Hier nochmals seine Vorschläge im Überblick:

  • Der Arbeitspreis der Zyto-Apotheker soll künftigals Fixhonorar in einer Höhe von 110 Euro gezahlt werden, also deutlich mehrals jetzt, wo für Zytostatika 81 Euro abgerechnet werden können, und fürAntikörperzubereitungen 71 Euro. Das Ministerium schätzt, dass die Kassen proJahr so etwa 120 Millionen Euro mehr an die Zyto-Apotheker überweisen.
  • Die Apotheker sollen bei der Abrechnung mit denKassen nur noch den tatsächlichen Einkaufspreis erhalten, anstelle desListenpreises abzüglich Abschlag. Die Preisverhandlungen sollen künftigausschließlich zwischen Kassen und Herstellern auf regionaler Ebene stattfinden. 

Mehr zum Thema

AMG-Novelle

Spahn fixiert Zyto-Honorar und streicht 15-Euro-Grenze bei Importen

Nach dem GKV-Spitzenverband protestiert nun auch derAOK-Bundesverband gegen diese Vorschläge. Aus Sicht der AOKen geht Spahn „fälschlicherweise“davon aus, dass eine Umstellung der Vergütungsregelung Skandale wie in Bottropverhindern könnten. „Dabei werden Apothekerwünsche pauschal umgesetzt, was zuerheblichen Mehrkosten von über 500 Millionen Euro sowie Unwirtschaftlichkeitenin der GKV führt.“ Auch der GKV-Spitzenverband hatte schon angegeben, dass dieneue Zyto-Vergütung zu Mehrausgaben von etwa 470 Millionen Euro führen werde.Vielmehr wünscht sich der AOK-BV die Umsetzung des Honorargutachtens derAgentur 2HM für den Zyto-Markt. Zur Erinnerung: Dort wurde ein Einsparvolumenvon etwa 253 Millionen Euro berechnet. Mit der Begründung:

Quelle: Den ganzen Artikel lesen