Gesundheit

Apotheker sammeln für Notleidende auf der ganzen Welt

In der Adventszeit rufen viele Hilfsorganisationen zu Spenden auf.So auch Apotheker ohne Grenzen auf dem Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarktin Berlin oder vor der Petrikirche in Münster. Mit ihren Adventsaktionen machendie Apotheker auf ihre weltweiten Hilfsprojekte aufmerksam, bei denen pharmazeutischeKompetenz eine zentrale Rolle spielt.

Trotz Vorweihnachtsstress: Die ehrenamtlichen Mitglieder von Apothekerohne Grenzen (AoG) schaffen es auch in der betriebsamen Adventszeit, sich nebenbeifür Menschen in Not einzusetzen. Wie beispielsweise die Regionalgruppe Münster,deren Mitglieder am 4. und 7. Dezember mit einem Weihnachtsstand an der Petrikirche zu Spenden aufriefen.Oder wie die Hauptstadt-Regionalgruppe auf dem Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt inBerlin-Neukölln.

Weihnachtsmarkt-Einsatz bei Wind und Wetter

An diesem Weihnachtsmarkt für gemeinnützige Organisationen,der traditionell am zweiten Adventswochenende stattfindet, beteiligte sich AoGzum vierten Mal in Folge. Die Wetterbedingungen waren in diesem Jahr allerdingsschwierig. So konnte der Markt am vergangenen Samstag wegen Sturmgefahr nichtöffnen. Am ebenfalls stürmischen Freitagabendund Sonntag erzielten die Apotheker Spendeneinnahmen von rund 200 Euro.

„Mit dem Apothekerberuf anderen helfen“

Die Motivation der ehrenamtlichen Helfer ist hoch und wetterunabhängig. AoG-Regionalgruppenmitglied Charlotte Lübow ist nun zumzweiten Mal bei der Berliner Adventsaktion dabei. Und die Berliner Apothekerin willin Zukunft noch mehr tun. „Ich möchte, wenn ich meine Einsatzkräfte-Ausbildungund Promotion beendet habe, auch hauptberuflich in die Entwicklungshilfegehen“, erklärte Lübow am vergangenen Sonntag gegenüber DAZ.online. 

Neben dem Spendensammeln gehtes bei den AoG-Adventsaktionen, wie auch bei der vergangenen Sommertour, darum, den Bekanntheitsgrad im eigenen Land zu erhöhen. Denn viele Menschen wissen offenbar gar nicht, dass es nebenmedizinischen Hilfsorganisationen auch pharmazeutische gibt. „Es ist schön, mitdem Apothekerberuf anderen helfen zu können, die nicht selbstverständlich versorgt sind“, so diejunge Pharmazeutin weiter.

Im Auslandseinsatz kommen andere pharmazeutische Kompetenzenzum Tragen, als im deutschen Offizinalltag. In der Katastrophenpharmazie wählendie Einsatzkräfte allein auf Basis der ärztlichen Diagnose daspassende, beziehungsweise verfügbare Medikament aus. Die medizinischen Partnerorganisationen vertrauen dabei auf die Arzneimittelexperten von AoG. Zum Rezepte ausstellen wäre im Notfall ohnehinkeine Zeit.

Wissensvermittlung bei Langzeitprojekten

Bei den Projekten zur langfristigenEntwicklungszusammenarbeit kommt es ebenfalls auf pharmazeutisches Wissen an – es geht insbesondere darum, dieses in der passenden Art und Weise weiterzugeben. Sobildet AoG etwa in Mexiko sogenannte Gesundheitshelfer (promotores de salud)aus, die in ihren Dörfern als erste Ansprechpersonen bei Krankheit fungieren.Durch ihr Wissen können die promotores de salud den Patienten vor Ort besserhelfen und ihnen gegebenenfalls den kostspieligen und langen Weg ins nächsteKrankenhaus ersparen. Schulungen und Trainings spielen ebenfalls bei denLangzeitprojekten in Uganda, Nepal und Argentinien eine zentrale Rolle.

Auch die eigenen Einsatzkräfte bildet AoG mit einemdreiteiligen Trainingsprogramm aus. In den Modulen geht es neben der pharmazeutischenArbeit für den Einsatz auch um Sicherheitsaspekte, interkulturelle Kommunikation und dasZusammenspiel mit anderen Akteuren. „Nur mit gut geschultem Personal könnenwir in der Nothilfe qualitativ hochwertige Arbeit leisten und Menschenlebenretten“, erklärt AoG-Geschäftsführerin Eliette Fischbach.

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