Hanke schimpft über Spahns „erpresserische Art und Weise“

Baden-Württembergs Kammerpräsident Dr. Günther Hanke ist verärgert über Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). In einem Brief an ABDA-Präsident Friedemann Schmidt kritisiert er nichtnur die vorgeschlagene Festschreibung des 2,50-Euro-Bonus für die ausländischen Versender, sondern äußert auch grundsätzliche Zweifel an der Aufrichtigkeit des Ministers. Denn während der ABDA-Mitgliederversammlung soll dieser die Apotheker unter Druck gesetzt haben. Und: Spahns Vorschlag ist laut Hanke nicht einmal mit dem eigenen Haus abgestimmt.

Grundsätzlich verfolge seine Kammer das Prinzip, die Struktur über die Finanzierung zustellen, schreibt Dr. Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg (LAK), in seinem Brief an Friedemann Schmidt. Eine Zustimmung zu den von Spahnvorgeschlagenen Richtungsentscheidungen sei aber nur auf der Basis valider Fakten undgegenseitigen Vertrauens möglich, beides sei „zurzeit nicht wirklicherkennbar“. Die Vorschläge hätten schließlich nur einen Skizzencharakter, so Hanke. Brisant ist auch, dass Spahn die Vorschläge laut Hanke gar nicht im eigenen Haus abgestimmt haben soll. Auf Nachfrage von DAZ.online erklärte Hanke, dass Spahn dies während der ABDA-Mitgliederversammlung offen zugegeben haben soll.

Der Vorstand der LAK halte esauch für unwahrscheinlich, dass die Regulationen für den ausländischen Versandhandeldurchsetzbar seien. Zur Erinnerung: Spahn hatte vorgeschlagen, den Marktanteil der EU-Versender ab 5 Prozent zu evaluieren und dann zu prüfen, ob man den Boni-Deckel lösche oder korrigiere.

Zu denökonomischen Aspekten äußert Hanke, dass die „einzig belastbaren Zahlen“ dieVerdoppelung des Nacht- und Notdienstfonds sowie die Schaffung des 240 MillionenEuro schweren Strukturfonds seien. Angesichts der Umsatzverluste bei einemVersandhandelsanteil von bis zu 5 Prozent sei dies jedoch ein Nullsummenspiel,das die strukturellen Risiken durch die gesetzliche Festschreibung vonRabattmöglichkeiten für ausländische Versender in keiner Weise aufwiege. 

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