Persönliche Gesundheit

Ärzte behandeln Alkoholvergiftung mit 15 Dosen Bier

Es klingt erstmal widersinnig: Um einen Mann von seiner schweren Alkoholvergiftung zu heilen, geben seine Ärzte ihm noch mehr Alkohol, pro Stunde eine Dose Bier. Doch die Prozedur wirkt: Nach 15 Stunden und folglich 15 Dosen Bier kann der Mann das Krankenhaus verlassen, außer einem bösen Kater hat er keine Beschwerden mehr.

So berichtet es Le Van Lam, Leiter der Intensivstation des Quang Tri Krankenhauses in der gleichnamigen nordvietnamesischen Provinz gegenüber der Tageszeitung „Tuoi Tre News“. Der 48-Jährige Patient sei am 25. Dezember bewusstlos und in einem lebensberdohlichen Zustand eingeliefert worden, nach dem er zuvor auf einer Party große Mengen Alkohol getrunken hatte. Vermutlich handelte es sich dabei um minderwertigen Schnaps, der mit Methanol verunreinigt war.

In asiatischen Ländern kommt es immer wieder vor, dass Menschen nach dem Verzehr von billig gepanschtem Fusel schwer erkranken oder auch sterben. Methanol entsteht, wenn beim Destillieren von Alkohol nicht richtig gearbeitet wird. Wenn die Leber dann versucht, den Körper vom Alkohol zu entgiften, wird das Methanol zu Formaldehyd und Ameisensäure umgewandelt. Dies kann die Nervenzellen schädigen, zur Erblindung und sogar zum Tod führen.

Bei ihrer ungewöhnlichen Behandlung machten sich die Ärzte in Vietnam einen Trick zunutze, um die Umwandlung des Methanols zu verhindern: Sie beschäftigten die Leber anderweitig, indem sie dem Patienten Ethanol, also „normalen“ Alkohol, in Form von Bier verabreichten. Das gefährliche Methanol wird dann gar nicht erst abgebaut, sondern nach und nach durch die Atmung und den Urin ausgeschieden.

Der Notfall-Mediziner Hans-Jörg Busch vom Universitätsklinikum Freiburg sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa dazu: „Die Therapie mit 15 Dosen Bier ist eher ungewöhnlich, aber gut nachvollziehbar. Möglicherweise hatten die vietnamesischen Kollegen keinen anderen Alkohol zur Hand.“ Auf die Art des Alkohols komme es aber auch nicht unbedingt an, so der Professor. „Viel wichtiger ist, dass die Therapie sofort eingeleitet wird.“

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