Nasenspray mit Kortison: Krankenkassen zahlen wieder

Einige Patienten, die unter allergischem Schnupfen leiden, erhalten kortisonhaltige Nasensprays jetzt wieder auf Rezept und damit auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen. 2016 wurden die Medikamente von der Rezeptpflicht befreit. Gesetzlich versicherte Patienten mussten seitdem die Kosten für die Sprays komplett selbst tragen.

Fachgesellschaften sprachen sich dafür aus, dass bei einem mittelschweren bis schweren dauerhaften allergischen Schnupfen die Verordnung von kortisonhaltigen Nasensprays auf Rezept wieder möglich ist. "Wir freuen uns sehr, dass wir den Gemeinsamen Bundesausschuss von dieser Maßnahme überzeugen konnten", sagt Prof. Martin Wagenmann, HNO-Sektionssprecher der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI).

Ein dauerhafter Schnupfen könne etwa bei einer Allergie auf Hausstaubmilben der Fall sein, oder wenn eine Person auf Frühblüher wie Birke, Hasel, Erle, sowie gegen Gräser und Kräuter allergisch sei. Von einem mäßigen bis schweren allergischen Schnupfen spreche man, wenn es zu störender Beschwerden, einer Beeinträchtigung des Schlafes, Problemen bei Arbeit oder Schule und Einschränkungen beim Sport oder in der Freizeit komme. "Über diese Symptomatik berichten die meisten Patienten mit allergischem Schnupfen" erklärt Wagenmann.

Bei Ärzten und Patienten sorgte die Entlassung aus der Rezeptpflicht im Jahr 2016 (aponet.de berichtete) für Kritik. "Wenn Patienten Medikamente rezeptfrei in der Apotheke bekommen, haben sie keinen Grund mehr, zum Arzt zu gehen", sagt Wagenmann. "Sie erhalten dann aber auch keine qualifizierte Diagnose, und eine fehlerhafte Selbstmedikation könnte die Folge sein". Auch Informationen zu anderen wirksamen Therapieoptionen, wie die ursächlich behandelnde Allergen-Immuntherapie (AIT), erhalten Patienten, die sich selbst behandeln, nicht.

NK

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