Fast Food und Co.: Lust auf fettiges Essen hängt mit Neuronen zusammen

Pommes, Burger, Chips und Frittiertes: Die westliche Esskultur ist geprägt von fettreichen, ungesunden Lebensmittelangeboten.

Da viele dieser Snacks und Mahlzeiten so gut wie jederzeit und überall zu haben sind, fällt es vielen Menschen schwer, dauerhaft zu widerstehen.

Krankhafte Fettleibigkeit nimmt zu

Das Ergebnis: Die Zahl der Übergewichtigen steigt in den letzten Jahren kontinuierlich an.

Ein gefährlicher Trend, denn: Auch aus der Adipositas resultierende chronische Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkankungen nehmen dementsprechend zu.

Doch wieso greifen überhaupt so viele Menschen regelmäßig zu den vor Fett triefenden Happen? Der Zusammenhang zwischen hochkalorischen Mahlzeiten und starkem Übergewicht sollte den meisten schließlich bewusst sein.

Einen Erklärungsansatz hat nun möglicherweise eine Studie an Mäusen gefunden, die von Forschern der ‚Max-Planck-Gesellschaft‘ (MPG) durchgeführt wurde.

In ihrer Arbeit, die auf dem Fachportal ‚Sciencedirekt‘ veröffentlich wurde, legten die Wissenschaftler das Augenmerk vor allem auf die Stoffwechselprozesse des Organismus.

Genauer gesagt: Sie wollten herausfinden, welche Nervenzellen das Essen von solch ungesunden Lebensmitteln fördern.

Erhöhte Aktivität bestimmter Neuronen

Dazu wurden die Versuchstiere zunächst mit einer fetthaltigen Nahrung gefüttern und anschließend untersucht.

Bereits nach drei Tagen, in denen die Tiere dieses fettreiche Futter erhielten, konnten die Forscher eine erhöhte Aktivität sogenannter Nozizeptin-Neuronen in Teilen der Gehirnregion des Hypothalamus feststellen.

In einem anschließenden Experiment entferten die Wissenschaftler den Mäusen genau diese Neuronen.

Das Ergebnis: Die Tiere überfraßen sich nicht mehr an dem fettreichen Futter. Das normale Futter hingegen wurde von den Mäusen wie auch zuvor schon in einer angemessenen Menge gefressen.

Übermäßiges Essverhalten durch aktivierte Neuronen

In weiteren Versuchen beobachteten die Wissenschaftler genetisch veränderte Mäuse, bei denen sich die Aktivität der Neuronen durch Licht kontrollieren ließ.

„Die Aktivierung dieser Gehirnzellen führte zu einer übermäßigen Nahrungsaufnahme bei den Tieren“, erklärt der Erstautor der Studie, Alexander Jais,in einer Pressemitteilung.

Denn durch diese Aktivierung werden andere Neuronen, welche das Sättigungsgefühl regulieren, gehemmt. Dadurch nehmen die Tiere mehr Nahrung zu sich, als sie zur Sättigung eigentlich benötigen.

Erklärungsansätze für den Menschen

Natürlich muss bei der vorliegenden Studie beachtet werden, dass die Versuche lediglich an Mäusen durchgeführt wurden und die Testergebnisse daher nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar sind.

Dennoch könne laut den Forschern diese „individuelle Aktivität der Nozizeptin-Neuronen“ wichtige Erkenntnisse zu der Frage liefern, wieso einige Menschen tatsächlich nur so viel Nahrung aufnehmen, wie ihr Körper benötigt.

„Wir sind permanent von fett- und kohlenhydratreichen Lebensmitteln umgeben, und unser Gehirn ist so verdrahtet, dass wir genau diese hochkalorischen Nahrungsmittel besonders gerne essen“, gibt Jais zu bedenken.

Das Gesundheitliche Risiko mildern

Wenn dieser Drang nach energiereicher Nahrung beendet werden könnte, kann vielleicht auch die ungewollte übermäßige Kalorienaufnahme besser behandelt werden.

Denn um den stetigen Anstieg der Adipositas-Erkrankungen und die damit einhergehenden gesundheitlichen Risikofaktoren besser kontrollieren zu können, ist es zunächst wichtig, die Steuerung des Stoffwechsels grundlegend zu verstehen.

Quelle

  • Jais, A., et al. (2020): PNOCARC Neurons Promote Hyperphagia and Obesity upon High-Fat-Diet Feeding, abgerufen am 23.04.2020 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0896627320302294?via%3Dihub

Cornelia Bertram

*Der Beitrag „Fast Food und Co.: Lust auf fettiges Essen hängt mit Neuronen zusammen“ wird veröffentlicht von FitForFun. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

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