Cannabis hilft antibiotikaresistente Bakterienstämme zu behandeln – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

CBD zur Bekämpfung von resistenten Bakterien?

Da eine immer stärker anwachsende Gefahr von antibiotikaresistenten Bakterienstämmen ausgeht, werden dringend alternative Strategien benötigt, um uns vor solchen gefährlichen Erregern zu schützen und die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen zu verhindern. Eine Kombination aus Antibiotika und Cannabidiol (CBD) verstärkte die Wirkung der Antibiotika. Dies bewirkt, dass weniger Antibiotika zur Behandlung benötigt werden.

Bei der aktuellen Untersuchung der University of Southern Denmark wurde festgestellt, dass die Kombination von CBD und Antibiotika eine verstärkte Wirkung hat. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht.

Bakterien werden resistent gegen Antibiotika

Seit der Entdeckung von Penicillin im Jahr 1928 durch Sir Alexander Fleming haben Antibiotika weltweit Millionen Menschen vor tödlichen Infektionen bewahrt. Leider haben Bakterien jedoch Mechanismen entwickelt, um sich vor den Auswirkungen von Antibiotika zu schützen. Sie sind resistent geworden.

Wie man Antibiotika verstärkt

Da immer weniger Antibiotika zur Behandlung resistenter bakterieller Infektionen zur Verfügung stehen, droht die Gefahr, in eine prä-antibiotische Ära zurückzufallen. Bei der Suche nach alternativen Strategien richtete sich die besondere Aufmerksamkeit der Forschenden nun auf sogenannte Helferverbindungen. Solche Helferverbindungen sind nicht-antibiotische Verbindungen, welche die Wirksamkeit von Antibiotika verbessern können.

Verstärkt Cannabidiol die Wirkung von Antibiotika?

Es wurde bereits länger vermutet, dass Cannabidiol (CBD) als eine solche Helferverbindung fungieren könnte. Bei Cannabidiol handelt es sich um ein Cannabinoid aus der Cannabispflanze. Die neue Studie konnte jetzt eine solche verstärkende Wirkung von Antibiotika durch CBD nachweisen.

Kombination benötigte weniger Antibiotika für eine Behandlung

Als CBD mit Antibiotika kombiniert wurde, konnte ein stärkerer Effekt beobachtet werden, als durch eine Behandlung mit Antibiotika alleine, berichtet das Forschungsteam. Um eine bestimmte Anzahl von Bakterien abzutöten wurde also weniger Antibiotika benötigt. In der Studie wurde CBD dazu verwendet, die Wirkung des Antibiotikums Bacitracin gegen das Bakterium Staphylococcus aureus zu verstärken.

Behandlung von Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien möglich?

Multiresistente Stämme dieser Erregers haben sich bereits weltweit verbreitet. In einigen Ländern ist die Behandlung von bakteriellen Infektionen mit diesen resistenten Bakterien bereits sehr problematisch. Erwartungsgemäß wird sich dieses Problem in der Zukunft noch weiter ausweiten. Eine Kombination von CBD und Antibiotika könnte hier eine neuartige Behandlung von Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien ermöglichen.

Welche Auswirkungen hatte eine Kombination von Antibiotika und CBD?

Als das Bakterium Staphylococcus aureus mit einer Kombination aus CBD und Antibiotika behandelt wurde, waren verschiedene Auswirkungen zu beobachten. Die Bakterien waren nicht mehr in der Lage sich normal zu teilen. Die Expression bestimmter Schlüsselgene (Zellteilungs- und Autolyse-Gene) in den Bakterien war vermindert und die Bakterienmembran wurde instabil, berichten die Forschenden in einer Pressemitteilung.

Übermäßiger Einsatz von Antibiotika muss vermieden werden

Den Forschenden zufolge ist der übermäßige Einsatz von Antibiotika die Hauptursache für die vorliegenden Antibiotikaresistenzen. Wenn ein Antibiotikum mit einer Helfersubstanz kombiniert wird, welche die Wirkung des Antibiotikums verstärkt, würde weniger Antibiotikum benötigt, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Dies könnte dazu beitragen, dass in Zukunft weniger Antibiotika erforderlich wären und weniger resistente Bakterien entstehen. (as)

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