Cortison/LABA: Now I’m a Reliever

Die meisten Apotheker haben mittlerweile von der SMARTen Asthma-Strategie gehört, bei der eine fixe Kombination aus niedrig dosiertem Corticosteroid und langwirksamem Beta-2-Sympathomimetikum (LABA) sowohl für die Dauer- als auch Bedarfstherapie eingesetzt wird. Relativ neu ist, dass dies schon bei mildem Asthma ab Stufe 1 möglich ist. Im Optimalfall benötigt der Patient also nur ein Device. Das Management der Atemwegserkrankung wird dadurch aber nicht weniger komplex, veranschaulichten Apothekerin Ina Richling und Pneumologe Dr. Frank Richling auf dem Pharmazeutischen eKongress.

Die wenigsten Asthmatiker haben Lust auf eine lebenslange Therapie, auf mehrere Medikamente am Tag oder gar auf Cortison. Nicht selten gibt es Fälle, in denen das inhalative Glucocorticoid trotz ausgeprägter Symptomatik weggelassen und stattdessen nur bei akuter Atemnot mit Salbutamol-Spray nachgeholfen wird. Diese Patienten gilt es davon zu überzeugen, dass die Asthmakontrolle und damit ein beschwerdearmes Leben nur mit einer Langzeittherapie gelingen kann.

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Gegen die Cortison-Angst helfen Fakten: Gefürchtete Nebenwirkungen von systemischen Glucocorticoiden wie Gewichtszunahme treten nach inhalativer Anwendung nicht auf. Möglich sind lediglich Mundsoor oder Heiserkeit, die aber mit der richtigen Technik vermieden werden können.

Auch bei Stammkunden aufmerksam bleiben

Dafür erfüllt die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Asthma zumindest den Wunsch nach möglichst wenigen Inhalatoren: Im Sinne von SMART (Single Inhaler Maintenance And Reliever Therapy) kann das Dauermedikament mit Glucocorticoid (z. B. Budesonid oder Beclometason) und Formoterol zusätzlich zur täglichen Gabe auch als Notfallspray herhalten. Wurde diese Strategie in der ärztlichen Sprechstunde neu vereinbart, sollte der Patient daran erinnert werden, dass er sein Device von nun an nicht mehr Zuhause lagern kann, sondern immer bei sich tragen muss.

In der Apotheke sollte sich in regelmäßigen Abständen nach dem Befinden des Patienten erkundigt werden. Das gehört nicht nur zum guten Ton, sondern ist wichtig, um den Grad der Asthma-Kontrolle abzuschätzen. Schon vier einfache Fragen schaffen Klarheit (siehe NVL). Tritt eine plötzliche Verschlechterung ein, ist detektivischer Spürsinn gefragt. Hat ein Patient mit allergischem Asthma plötzlich Kontakt zu Haustieren? Oder steckt womöglich ein neuer Rabattartikel dahinter? Auch bei erfahrenen Patienten lohnt es sich, die Inhalationstechnik zu prüfen. Ina Richling erzählte von Fällen, in denen ein Spiriva-Inhalator mit Spacer angewendet oder das Trockenmittel aus der Verpackung in das Device gefüllt wurde. Ein einfacher Test zur Kontrolle, ob der Wirkstoff tatsächlich aus dem Device herausgelöst wurde, ist das Ausatmen in ein schwarzes Tuch.

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