COVID-19: Mehr als 9 Millionen Todesfälle bis September? – Heilpraxis

Zahl der COVID-19-Todesfälle bislang unterschätzt

Seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie im vergangenen Jahr wurden weltweit rund 3,3 Millionen COVID-19-Todesfälle offiziell gemeldet. Doch eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass die tatsächliche Zahl der weltweiten Todesfälle durch COVID-19 vermutlich mehr als doppelt so hoch liegt. In der Prognose bis zum September ist demnach von fast 9,5 Millionen globalen COVID-19-Todesfällen auszugehen.

Den Berechnungen von Forschenden des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) an der University of Washington zufolge lag die Zahl der weltweiten COVID-19-Todesfälle bis zum 03. Mai 2021 nicht bei 3,27 Millionen, wie die offiziellen Zahlen vermuten lassen, sondern bei 6,93 Millionen. Auch in Deutschland wurden deutlich mehr Todesfälle durch COVID-19 bedingt, als in den offiziellen Zahlen erkennbar.

Abweichungen bei de Gesamtsterblichkeit

Das Forschungsteam des IHME berechnete auf Basis der Abweichungen der Mortalität im vergangenen Jahr von der erwarteten Gesamtsterblichkeit, wie viele Todesfälle schätzungsweise durch COVID-19 weltweit im bisherigen Verlauf der Pandemie verursacht wurden, und verglich diese Zahlen mit den offiziell gemeldeten COVID-19-Todesfällen.

Dabei wurde auch berücksichtigt, dass aufgrund der Maßnahmen gegen die Pandemie die Todesfälle mit anderen Ursachen zurückgegangen sind, wie zum Beispiel Todesfälle durch Unfälle oder andere Infektionskrankheiten. Und die errechneten Zahlen umfassten nur Todesfälle, die direkt durch das SARS-CoV-2-Virus verursacht wurden, nicht solche durch mögliche Überlastungen der Gesundheitssysteme und indirekte Folgen der Pandemie, erläutern die Forschenden.

9,43 Millionen Todesfälle bis September

Insgesamt fordere das Virus weltweit rund 33.000 Menschenleben pro Tag, mehr als das Doppelte der gemeldeten Zahlen, berichtet das Forschungsteam. In der Prognose bis zum 1. September zeichne sich zudem ein Anstieg auf 9,43 Millionen COVID-19-Todesfälle weltweit ab.

Unterschiede bei der nationalen Erfassung

Des Weiteren fällt bei dem internationalen Vergleich auf, dass in manchen Ländern nur sehr geringe Abweichungen zwischen den offiziell gemeldeten und den errechneten COVID-19-Todesfällen bestehen, während in anderen Staaten drastische Unterschiede vorliegen. So zählen beispielsweise Argentinien, Australien, China, Frankreich und Schweden zu den Ländern mit einer sehr präzisen Erfassung.

Auch in Deutschland erhebliche Abweichungen

In Deutschland liegt der geschätzte Unterschied zwischen offiziell gemeldeten und tatsächlichen COVID-19-Todesfällen bei knapp 38.000 Fällen (83.256 gegenüber 120.729). Besonders hohe Abweichungen waren hingegen zum Beispiel in Ägypten, Indien, Mexiko und Russland festzustellen. Beispielsweise lag den Forschenden zufolge in Indien die Zahl der Todesopfer bis Mai um das 2,96-fache höher, als offiziell gemeldet (221.181 gegenüber 654.395).

Mexiko werden 617.127 COVID-19-Todesfälle zugeschrieben, das 2,83-fache der offiziellen Zahl, und in Ägypten schätzen die Forschenden die Zahl auf 170.041 Todesfälle, was dem 12,6-fachen der offiziellen Angaben entspricht. Der häufigste Grund für die Untererfassung von COVID-19-Todesfällen sei dabei unzureichende Testung.

Ausmaß der Pandemie bisher unterschätzt?

„So schrecklich die COVID-19-Pandemie bereits erscheinen mag, diese Analyse zeigt, dass die tatsächliche Bilanz deutlich schlechter ausfällt“, fasst der Direktor des IHME, Dr. Chris Murray, die Studienergebnisse zusammen. „Wir hoffen, dass der heutige Bericht die Regierungen ermutigen wird, Lücken in ihrer COVID-19-Mortalitätsberichterstattung zu identifizieren und zu beheben, damit sie die Ressourcen für die Pandemie besser einsetzen können“, so Dr. Murray. (fp)

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