COVID-19: Nierenkrankheit führender Risikofaktor für Klinikaufenthalte – Heilpraxis

Vermehrte Klinikeinweisungen bei Betroffenen mit Nierenkrankheit

Zu den häufig genannten Risikofaktoren für schwere COVID-19-Verläufe zählen zum Beispiel Diabetes, Adipositas und Bluthochdruck. Laut einer aktuellen Studie aus den USA scheinen jedoch Nierenerkrankungen der schwerwiegendste Risikofaktor für erforderliche Krankenhausaufenthalte bei COVID-19.

„Die Analyse der elektronischen Gesundheitsdaten zeigt eine 11-fache Zunahme der Krankenhauseinweisungen für Patienten mit COVID-19 und Nierenerkrankungen im Endstadium“, berichtet das Forschungsteams des Geisinger Health System in den USA von den aktuellen Studienergebnissen. Veröffentlicht wurden diese in dem Fachmagazin „PLOS ONE“.

Das Forschungsteam um Matthew T. Oetjens vom Geisinger Health System untersuchte die Gesundheitsdaten von 12.971 Personen, die zwischen dem 7. März und dem 19. Mai auf COVID-19 getestet wurden. Von dieser Gruppe waren 1.604 infiziert und 354 Personen mussten in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Das Team analysierte die Daten hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen spezifischen klinischen Beschwerdebildern – einschließlich Nieren-, Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und Stoffwechselerkrankungen – und den Krankenhauseinweisungen.

Nierenerkrankungen stärkster Risikofaktor

„Frühere Studien haben eine Vielzahl von Beschwerdebildern identifiziert, die mit einem erhöhten Risiko für einen COVID-bedingten Krankenhausaufenthalt verbunden sind, darunter Diabetes, Herzinsuffizienz, Bluthochdruck und chronische Nierenerkrankung“, erläutert Dr. Alex Chang vom Geisinger’s Kidney Health Research Institute. Beachtlich sei jedoch das Ausmaß, in dem Nierenkrankheiten das Risiko erhöhen, denn insgesamt waren die chronischen Nierenerkrankungen am stärksten mit einem Krankenhausaufenthalt assoziiert. Dies zeige, wie wichtig es ist, Patientinnen und Patienten mit Nierenerkrankungen vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen.

Zwar ist bislang nicht abschließend geklärt, wie die verschiedenen Vorerkrankungen das Risiko von Komplikationen im Zusammenhang mit COVID-19 erhöhen. Die Datenauswertung lege jedoch den Schluss nahe, dass der physiologische Stress, der durch eine übermäßige Entzündungsreaktion auf eine COVID-19-Infektion verursacht wird, bereits durch die chronische Krankheit geschwächte Organe destabilisieren könnte, berichtet das Forschungsteam. Auch könnten direkte Schäden an den entsprechenden Organen durch das Coronavirus ausgelöst werden, die wie eine Art „second Hit“ wirken. (fp)

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