Frauen bekommen fünfmal häufiger Triptane verordnet als Männer

Stechender, bohrender oder ziehender Schmerz, dazu Übelkeit oder Sehstörungen: Migräne trifft vor allem Frauen. Das legt zumindest der TK-Gesundheitsreport 2021 nahe: Demnach bekamen erwerbstätige Frauen im Jahr 2020 fast fünfmal häufiger Triptane verordnet als erwerbstätige Männer. Besonders betroffen sind laut Report Frauen zwischen 45 und 54 Jahren.

Erwerbstätige Frauen bekamen im vergangenen Jahr im Vergleich zu erwerbstätigen Männern fast fünfmal so häufig Triptane verordnet. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport 2021 der Techniker Krankenkasse (TK). Während bei den Männern im Schnitt 5,5 von 1.000 Versicherten betroffen sind, sind es demnach bei den Frauen fast 27 von 1.000, heißt es in einer Pressemitteilung der Kasse vom gestrigen Donnerstag.

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Für den Report hat die TK nach eigenen Angaben die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund 5,4 Millionen bei der TK versicherten erwerbstätigen Personen ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.

Frauen mittleren Alters sind besonders betroffen

Beim Vergleich verschiedener Altersgruppen wurden ebenfalls Unterschiede deutlich. Besonders häufig nehmen der Auswertung zufolge Frauen im mittleren Alter Medikamente gegen Migräne ein. Zwischen 45 und 54 Jahren bekommen laut Report fast 33 Frauen, jedoch nur sechs Männer von 1.000 Versicherten Triptane verordnet. „Dass Frauen mittleren Alters am häufigsten unter Migräne leiden, könnte mit besonderen Belastungen und erhöhtem Stress zusammenhängen“, vermutet Albrecht Wehner, Experte für Gesundheitsberichterstattung bei der TK. „Viele Menschen der sogenannten Sandwich-Generation müssen zahlreiche Aufgaben im Beruf und in der Familie unter einen Hut bekommen.“

Digitale Anwendungen können nach Einschätzung der Kasse dabei helfen, chronischen Kopfschmerzen und Migräne langfristig entgegenzuwirken. Die TK bietet selbst eine Migräne-App an, die den Angaben zufolge von Fachleuten der Schmerzklinik Kiel gemeinsam mit Expertinnen und Experten der TK sowie Selbsthilfegruppen entwickelt worden ist. Mithilfe eines digitalen Kopfschmerztagebuchs können Betroffene zu jeder Zeit ihre Symptome erfassen und ihre Kopfschmerzattacken dokumentieren. „Die von den Nutzerinnen und Nutzern der App erfassten Daten machen es den Ärztinnen und Ärzten leichter, die Art des Kopfschmerzes zu erkennen und geeignete Behandlungsmethoden gezielt anzuwenden“, schreibt die TK.

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