Impfpriorisierung fällt jetzt weg – wann Sie jetzt mit Ihrer Impfung rechnen können

In der Nacht von Sonntag auf Montag fällt die Impfpriorisierung in ganz Deutschland weg. Wer sich dann gegen Corona impfen lassen will, kann das dann überall tun. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Wir sagen, worauf Sie achten müssen und was der Wegfall der Impf-Prio jetzt wirklich bedeutet.

Die Impfpriorisierung fällt bundesweit ab 7. Juni weg. Damit könnten sich theoretisch alle Bundesbürger überall impfen lassen, egal ob sie einem hohen Risiko ausgesetzt sind oder eben nicht.

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Doch die vielversprechende Ankündigung hat einen kleinen Haken: Die meisten Corona-Impfungen bestehen aus zwei Spritzen in einem festen Zeitabstand. Zwar wird viel Impfstoff geliefert, ein Großteil der bestellten Impfdosen werden aber jetzt zunehmend für die Zweitimpfung benötigt. Wer bereits geimpft ist, kann fest mit seiner Zweitimpfung rechnen. Wer noch auf einen Termin wartet, muss sich wohl noch in Geduld üben.

Erste Kommunen haben immer wieder Kritik geäußert und geraten, die Impf-Priorisierung beizubehalten. Sie müssten insbesondere in den Impfzentren geplante Termine für die Erst-Impfung absagen oder nach hinten verschieben. Doch wie ernst ist die Lage und wann kann ich jetzt wirklich mit einem Termin rechnen?

Impftermine über Jameda buchen

Zeit zu gewinnen für mehr Impfungen hilft auch Jameda, Deutschlands führende Arzt-Patienten-Plattform: Mit der Jameda-Terminbuchung lassen sich Impftermine künftig nicht nur unkompliziert über die Online-Terminvergabe managen, sondern gleichzeitig relevante Dokumente im Vorfeld zur Verfügung stellen. Den Impf-Aufklärungsbogen oder Informationen zum Verhalten in der Praxis erhalten die Patientinnen und Patienten dann direkt mit der Terminbestätigung. Das soll den Aufenthalt in der Praxis so kurz wie möglich gestalten und die Ansteckungsgefahr geringhalten. Gleichzeitig bleiben die Telefonleitungen für andere wichtige Anliegen frei.

Bei der Jameda-Terminbuchung werden automatisch beide Impftermine (für die Erst- und die Zweitimpfung) vergeben und kurzfristig frei gewordene Zeitfenster können – ohne großen Planungsaufwand – schnell wieder geschlossen werden. Dadurch müssen begehrte Impftermine nicht ungenutzt verstreichen oder Impfdosen verfallen. Buchen Sie hier Ihren Termin.

Jameda gehört wie FOCUS Online zu Hubert Burda Media.

Warum wird die Impf-Priorisierung jetzt überhaupt aufgehoben?

Die Ständige Impfkommission hat im Frühjahr einen sechs Stufenplan erstellt. Anhand dessen orientierte sich auch die Impfpriorisierung des Bundes. Weil mittlerweile über 30 Prozent der Bevölkerung erstmals geimpft ist, bricht der Bund die Priorisierung zum 7. Juni 2021 auf.

Bei der Empfehlung betonte die STIKO nämlich im Februar 2021, dass „bei begrenzten Impfstoffressourcen“ die Impfstoffe so verteilt werden müssen, dass bestmöglich Schäden durch die COVID-19-Pandemie verhindert werde. Der Bund hatte Stufen aus der Empfehlung zusammengelegt, somit kommt man grob auf vier Impf-Priogruppen.

Robert-Koch-Institut Der empfohlene Stufenplan der STIKO zur Impfung in Deutschland.  

  • Stufe 1 der STIKO = Prio-Gruppe 1
  • Stufe 2+3 der STIKO = Prio-Gruppe 2
  • Stufe 4+5 der STIKO = Prio-Gruppe 3
  • Stufe 6 der STIKO = Prio-Gruppe 4

Die Vermutung für die Aufhebung der Impf-Priorisierung: Es ist ab Anfang Juni so viel Impfstoff verfügbar, dass viele Menschen zeitnah mit einer Impfung rechnen können. Tatsächlich nehmen die Impfstofflieferungen ab Ende Mai kontinuierlich zu, das zeigt die Impf-Simulation des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland.  In der Woche ab Anfang Juni erwartet Deutschland über sechs Millionen Impfdosen. Zwischen Ende Juni und Anfang Juli wird dann mit fast zehn Millionen Impfdosen ein wichtiger Höhepunkt erreicht.

ZI / Data-Science-Lab Die Impfungen finden bis zum Spätsommer im hohen Tempo statt.  

Was ändert sich durch den Wegfall der Impf-Priorisierung?

Am 7. Juni wird die Priorität nun aufgehoben. Jeder könnte, wenn er wollte, dann einen Impftermin bekommen. Vier Fakten spielen dabei eine entscheidende Rolle:

Die Herausforderung ist, dass nur für die geplante Impfdosen-Lieferung konkrete Zahlen vorliegen. Doch offenbar wird der Impfstoff nicht nach Quote, sondern nach Bedarf zwischen Impfzentrum und Arztpraxen verteilt. Arztpraxen beklagen beispielsweise, dass sie nicht mit einer festen Anzahl an Impfstoff rechnen können.

Auch deshalb können sie ungeduldigen Patienten nach bisherigem Stand kein garantiertes Datum nennen, wann sie letztendlich drankommen „Es wird geimpft, was da ist“, hieß es aus einer Münchner Arztpraxis, die mittlerweile mehrere Tausend Impfberechtigte auf der Warteliste stehen hat.

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Ziehen Risiko-Patienten jetzt den Kürzeren?

Entscheidet der Hausarzt, ob ein Bundesbürger aufgrund seiner Vorerkrankungen, seines gesundheitlichen Zustandes oder seines Alters dringender einen Impfstoff benötigt als beispielsweise ein kerngesunder 25-Jähriger, kann der Arzt an der Impf-Priorisierung festhalten und den Risiko-Patienten vorziehen. Im Umkehrschluss kann eine Ärztin ihre Stamm- den Risikopatienten vorziehen.

In den Impfzentren wird sich wiederum wenig ändern. Hier soll vorerst weiterhin die Priorität gelten. Die einzelnen Bundesländer nutzen unterschiedliche Systeme, um Termine zu vergeben. In Bayern, im Saarland und in Sachsen bekommen Betroffene Impftermine automatisch zugewiesen, wenn sie sich registriert haben. In Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt wählt man zunächst freie Termine und füllt dann seine Anmeldung aus.  

Glaubt man der Simulation des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland, kommt es Anfang Juli zu einem massiven Anstieg an Erstimpfungen. Die Zahl nimmt nur zwischen Ende Mai und Mitte Juni ab, sackt dann ab 22. August in den Keller. Dann stehen wieder Zweitimpfungen im Fokus. Knapp 500.000 Erst-Impfungen finden dann womöglich im September statt.

ZI / Data-Science-Lab Die Erstimpfungen nehmen bis etwa 20. Juni etwas ab. Sie ziehen dann aber im Juli massiv an.  

Wann bin ich überhaupt mit meiner Impfung dran?

Ein genaues Datum kann Ihnen niemand hundertprozentig sagen. Aus einer Simulation des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland geht hervor, dass die Mehrheit an Impfberechtigten aus den Stufen 1, 2, 3 und 4 der STIKO-Empfehlung möglicherweise und Größtenteils eine Erstimpfung erhalten habe. Das sind nach aktuellem Stand etwa 44 Prozent der Bundesbürger. Dabei gehen die Forscher von der Annahme aus, dass Impfungen beim Hausarzt und im Impfzentrum stattfinden.   

Personen aus der Stufe 5, die beispielsweise in Berufen der kritischen Infrastruktur arbeiten, müssen wohl bis Anfang Juni warten. Dann soll deren Großteil ebenfalls eine Erstimpfung erhalten haben. Die Simulation zeigt, dass Deutschland weiterhin in Schrittgeschwindigkeit impft – und das bis mindestens Mitte Juni. Seit Ende Mai werden bundesweit mehr gelieferte Impfdosen zurückgelegt – und zwar fast jede zweite Dose. Das Impftempo zieht Ende Juni massiv an.

Bundesweit soll jeder Impfberechtigte bis Anfang September eine Erstimpfung erhalten haben.

ZI / Data-Science-Lab Gelieferte Impfungen werden seit 30. Mai konstant zurückgehalten. Die verimpften Dosen bleiben aber konstant.  

Gut zu wissen: Jeder Bundesbürger könnte bis spätestens Anfang September eine Erstimpfung bekommen. Zwischenzeitlich sind aber auch bis zu sechs Millionen Impfungen (Erst- oder Zweitimpfungen) pro Tag im Juli möglich.

Komme ich durch die Aufhebung der Impf-Priorisierung erst viel später an einen Termin?

Das muss nicht unbedingt der Fall sein. Im Prinzip brauchen Bundesbürger Glück, Geduld und gute Vorbereitung. Wer ab 7. Juni einen Termin ergattert, darf sich impfen lassen, ohne dafür entsprechende Nachweise vom Arbeitgeber oder vom Arzt vorlegen zu müssen.

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Kann es sein, dass Impftermine jetzt abgesagt werden?

Es ist eher unwahrscheinlich, dass Ärzte Impftermine absagen. Vielmehr könnte es sein, dass Zweitimpfungen in den Fokus rücken.

Erstimpfungen könnten zeitlich nach hinten geschoben werden. „Grundsätzlich planen alle Praxen anhand des zur Verfügung stehenden Impfstoffes“, heißt es von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Dabei wird auch auf die Zweitimpfung geachtet.

Wer einen Termin vom Hausarzt zugesichert bekommen hat, muss jetzt keine Sorge haben, dass dieser abgesagt wird.

Alle benötigten Dokumente für die Impfung können Sie hier downloaden.

  • Wichtiger Download fürs Impfzentrum:  Arbeitgeberbestätigung für Impf-Priorisierung 3 (Word-Vorlage)

Wie erhöhe ich meine Chance auf einen Termin?

Grundsätzlich sollten Sie Ihren Hausarzt kontaktieren und sich auf die Warteliste setzen lassen. Waren Sie in der Vergangenheit bei einem Internisten, Allgemeinmediziner, Frauen- und Haus-Nasen-Ohren-Arzt, Orthopäden oder Unfallchirurg in Behandlung, können Sie sich auch dort auf die Wartelisten setzen lassen. Alle Ärzte, die über eine Kassenzulassung verfügen, dürfen in Deutschland gegen Corona impfen.

  • So vereinbaren Sie einen Online-Impftermin

Sie können sich auch als Neupatient bei diesen Ärzten auf die Warteliste setzen. Allerdings kann der Arzt in diesem Fall auf eine Impfberatung bestehen. Bei diesem Termin erhalten Sie Informationen über Nebenwirkungen und Impfung. Einen garantierten Impftermin gibt es dann allerdings nicht.

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Fragen Sie Ihren Arbeitgeber. Großkonzerne oder Mittelständige Unternehmen haben in der Regel Betriebsärzte, die ebenfalls impfen können. Informationen darüber erhalten Sie in der Regel von der Personalabteilung. Kleinere Unternehmen können sich an branchennahe Verbände wenden.

In Bayern sollten sich Impfberechtigte über das "Bayerisches Impfzentrum" registrieren.

Mehrere private Anbieter vermitteln ebenfalls kostenlos Impftermine. Dazu zählen etwa "Jameda.de", sofort-impfen.de oder Impf-Finder.

Termine gibt es für alle Bundesbürger ab 7. Juni auch über die Impfzentren. Diese erreichen Sie je nach Wohnort wie folgt:

  • Baden-Württemberg (über Telefon 116 117 oder online über Impftermin-Service und dann Baden-Württemberg wählen)
  • Bayern (unter der 116 117 gibt es Informationen, online gibt es eine Termin-Registrierung über "Bayerisches Impfzentrum")
  • Berlin (über Telefon unter der Rufnummer 030 90 2822 00 oder online über "Service-Portal Berlin" letzter Punkt auf der Seite)
  • Brandenburg (über Telefon unter 116 117 oder online über "Brandenburg impft")
  • Bremen (Betroffene werden direkt per Post angeschrieben)
  • Hamburg (über Telefon unter 116 117 oder online über Impftermin Service und dann Hamburg wählen)
  • Hessen (über Telefon 116 117 oder online über Impftermin Service und dann Hessen wählen)
  • Mecklenburg-Vorpommern (über Telefon 0385 20 27 11 15 und über "Corona-Impftermin MV")
  • Nordrhein-Westfalen (über Telefon 116 117 oder online über Impftermin Service und dann Nordrhein-Westfalen wählen)
  • Rheinland-Pfalz (über Telefon 0800 5 758 100 oder Online-Registrierung über "Impfdokumentation RLP")
  • Saarland (über Telefon 0681 50 144 22 oder 0800 999 15 99 und "Impfen Saarland")
  • Sachsen (telefonisch unter  0800 0 899 089 oder online über "Terminvergabe Sachsen")
  • Sachsen-Anhalt (über Telefon unter der 116 117 oder online über Impftermin Service und dann Sachsen-Anhalt wählen)
  • Schleswig-Holstein (telefonisch über Rufnummer 116 117 oder online über "Terminvereinbarung für die Impfzentren in Schleswig-Holstein")
  • Thüringen (telefonisch unter der Rufnummer 03643 49 50 49 0 oder online über "Impfen in Thüringen")

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