Kohlenmonoxid erhöht Mortalität schon unterhalb der Grenzwerte – Heilpraxis

Müssen Luftqualitätsrichtlinien überarbeitet werden?

Selbst wenn Menschen nur kurzfristig geringen Werten von Kohlenmonoxid ausgesetzt sind, welche laut Richtlinien eigentlich als sicher gelten, ist dies mit einer erhöhten Mortalität verbunden.

Bereits ein geringer Anstieg der Kohlenmonoxidwerte in der Luft ist mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden. Dies gilt auch für eine kurzfristige Exposition gegenüber Werten von Kohlenmonoxid, welche unter den Grenzwerten der aktuellen Luftqualitätsrichtlinien liegen und eigentlich als sicher gelten, so das Ergebnis einer Untersuchung unter der Beteiligung von Forschenden der international anerkannten Yale University. Die Studie wurde in dem englischsprachigen Fachblatt „The Lancet Planetary Health“ publiziert.

Viele Auswirkungen von erhöhter Luftverschmutzung auf die Gesundheit sind bereits bekannt, dies gilt nicht nur für Feinstaub, sondern auch für erhöhte Kohlenmonoxidwerte. Hier sollen Luftqualitätsrichtlinien dafür sorgen, dass Menschen keinen gefährlich hohen Werten dieser Schadstoffe ausgesetzt werden. Die neusten Ergebnisse zeigen allerdings, dass bei Kohlenmonoxid selbst Belastungen unterhalb der festgesetzten Grenzwerte mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden sind.

Für die Studie wurden Daten zur Luftverschmutzung und Gesundheit der Bevölkerung aus 337 Städten in 18 Ländern ausgewertet. Diese Daten, darunter insgesamt 40 Millionen Todesfälle vom Jahr 1979 bis zu Jahr 2016, wurden von den Forschenden in ein statistisches Modell einbezogen. Die internationale Untersuchung gilt als die bislang größte epidemiologische Untersuchung über Sterblichkeit und kurzfristige CO-Exposition.

Kohlenmonoxid mit Anstieg von Sterblichkeit verbunden

Insgesamt war ein Anstieg der durchschnittlichen Konzentration von Kohlenmonoxid um ein Milligramm pro Kubikmeter (mg/m³) mit einem Anstieg der täglichen Gesamtsterblichkeit um 0,91 Prozent am Folgetag verbunden, berichten die Fachleute.

Konzentration von Kohlenmonoxid reduzieren

Dies deutet nach Ansicht der Forschungsgruppe darauf hin, dass ein erheblicher Nutzen für die öffentliche Gesundheit erzielt werden könnte, wenn die CO-Konzentrationen in der Umgebung durch eine strengere Kontrolle der Verkehrsemissionen und andere Maßnahmen reduziert würden.

Erhöhtes Sterberisiko bei geringer CO-Konzentration

Das Team stellte außerdem fest, dass die sogenannte Expositions-Wirkungs-Kurve bei täglichen CO-Konzentrationen von weniger als 1 mg/m³ steiler verlief, was auf ein erhöhtes Sterberisiko pro Zunahme der CO-Exposition hinweist, die auch bei täglichen Konzentrationen von 0,6 mg/m³ oder weniger bestehen blieb.

Die Ergebnisse zeigen, dass es keinen Nachweis für einen Schwellenwert gibt, unterhalb dessen die Exposition gegenüber CO in der Luft als sicher angesehen werden kann, betonen die Fachleute der Yale University.

Was besagen die Richtlinien?

Der U.S. National Ambient Air Quality Standard für CO in der Luft (ca. 7 mg/m³ für den Tagesdurchschnitt) wurde 1971 festgelegt und in den letzten fünf Jahrzehnten nicht mehr überprüft. Die gleiche Luftqualitätsrichtlinie für CO wurde in anderen Regionen wie Europa angewendet, während in China ein niedrigerer Wert von 4 mg/m³ als Luftqualitätsstandard festgelegt wurde, berichtet das Team. In Deutschland dürfen die Grenzwerte für Kohlenmonoxid laut dem Umweltbundesamt beim 8-Stunden-Mittelwert eines Tages 10 mg/m3 nicht überschreiten.

Luftqualitätsrichtlinien müssen überarbeitet werden

Die Ergebnisse der Studie zeigen nach Ansicht der Fachleute, dass die globalen und nationalen Luftqualitätsrichtlinien für CO überarbeitet werden müssen und dass zusätzlich zu den Standards für Einzelschadstoffe die Richtlinien auch auf verkehrsbedingte Luftverschmutzungsgemische ausgeweitet werden sollten. „Diese Ergebnisse haben erhebliche Bedeutung für die öffentliche Gesundheit”, resümiert Kai Chen von der Yale School of Public Health in einer Pressemitteilung. Denn Millionen Menschen seien täglich zu hohen CO-Belastungen ausgesetzt. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Quelle: Den ganzen Artikel lesen