Corona: Warum das Virus vor allem in Alten

Michaela Stern, Leiterin des St.-Franziskus-Altenheims in München: »Wir sind jetzt schon am Limit«

Seit drei Wochen ist das evangelische Wohnstift in Raadt, einem Ortsteil von Mülheim an der Ruhr, von der Außenwelt praktisch abgeschnitten. »Quarantäne, derzeit sind leider keine Besuche möglich« steht auf einem Schild an der Eingangstür. Daneben hängt die Anordnung des Gesundheitsamts: Wer sich den Maßnahmen widersetze, dem drohe eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

Die Situation sei »verheerend«, sagt der Leiter der Einrichtung, Andreas Rost. Von den gut 100 Bewohnern seines Stifts haben sich 58 mit Sars-CoV-2 angesteckt, 7 von ihnen sind gestorben. Auch 22 Mitarbeiter wurden positiv getestet. Und die Pflegerinnen und Pfleger, die noch Dienst tun, berichtet Rost, »bewegen sich am Rande der Belastungsgrenze«.

So wie in Mülheim ist es gerade vielerorts. In Deutschland mehren sich die Meldungen aus Altenheimen, in denen das Virus weite Teile der Bewohner, aber auch des Personals erwischt hat. Dass die Lage, wie es der Chef des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler formulierte, so ernst sei, »wie sie noch nie war in dieser Pandemie«, liegt zu einem wesentlichen Anteil am Infektionsgeschehen in jenen Häusern. Während Kliniken inzwischen seltener von Ausbrüchen heimgesucht werden, schlagen sie in Pflegeeinrichtungen unverändert stark durch. In Berlin etwa resultieren mehr als 50 Prozent aller Corona-Todesfälle aus einer Infektion in einem Altenheim.

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